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Was ist PMR?

PMR-Nutzer im AutoPMR, Betriebsfunk, nömL, ömL sind Begriffe, die verwirren können. Geprägt wurden diese Bezeichnungen in der nun fast 50jährigen Geschichte des Betriebsfunks, der zur Unterscheidung von anderen Funkdiensten wie z. B. Seefunk und Flugfunk "nichtöffentlicher mobiler Landfunk (nömL) genannt wurde. Hierzu gehören alle Funkdienste, die von einzelnen Institutionen, Industrieunternehmen, dem Transportgewerbe und dem Handwerk, aber auch Rettungsdiensten und Behörden mit Ordnungs- und Sicherheitsaufgaben genutzt werden. Allen gemeinsam ist die nichtöffentliche, also exklusive Nutzung des Funkdienstes für eine definierte Benutzergruppe wie z. B. Versorgungsunternehmen, Flughäfen oder Industriebetriebe. Es handelt sich dabei um die Nutzung einer beliebigen Funktechnik für professionelle Aufgaben, deshalb spricht man von "Professional Mobile Radio" oder kurz PMR. Im Gegensatz hierzu werden die öffentlich für jedermann zugänglichen Mobiltelefonnetze als ömL, öffentlicher Landfunk, bezeichnet.

Die Anforderungen im PMR sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von einfachen Sprechfunkverbindungen zwischen zwei Teilnehmern mit Handfunkgeräten bis hin zu großen Funknetzen von Flughäfen, Nahverkehrsunternehmen und natürlich dem Funknetz der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben wie Polizei, Bundespolizei, Feuerwehr und Hilfsorganisationen.

Heute hat sich der digtale professionelle Mobilfunk mit seinen wesentlichen Standards TETRA und DMR durchgesetzt. Mehrere Nutzergruppen können über dasselbe Funknetz kommunizieren. Es ist weitgehend abhörsicher und erlaubt die Übertragung von Sprache und Daten. Jedem Gerät ist eine Kennung/Rufnummer zugeordnet. Kennungsaustausch, Kanalzuweisung und andere Signalisierungsinformationen werden über den Organisationskanal übertragen. Bei einem Gesprächswunsch erhalten die beteiligten Teilnehmer für die Dauer des Gespräches einen eigenen, exklusiven Sprechweg. Die Digitalisierung erlaubt auch weitere Funktionen, wie Prioritäts- und Notrufe, gleichzeitige Übertragung von Sprache und Daten und hochsichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung

Der digitale professionelle Mobilfunk bietet durch das rechnergestützte Netz- und Vermittlungsmanagement entscheidende Vorteile:

  • Gruppenruf, Einzelruf, Ansageruf
  • Kurzrufnummer
  • geschlossene Benutzergruppen
  • Statusmeldungen
  • mobile Datenübertragung in Nutz- u. Organisationskanälen
  • vermittelte Verbindung zu anderen Bündelfunkteilnehmern
  • Wählverbindungen ins Telefonnetz
  • hohe Frequenzökonomie
  • hohe Übertragungsqualität bei Sprache und Daten
  • sehr flexibles Netz- und Verbindungsmanagement
  • höhere Abhörsicherheit durch die digitalisierung der Sprache und zusätzlicher Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
  • Internet-Protokoll-basierte, paketorientierte Datenübertragung
  • dynamische Untergruppenbildung
  • Handover und Roaming (Wechsel und Anmeldung in Nachbarzellen)
  • AVL-Funktionen (Automatic Vehicle Location), die mit GPS-Unterstützung (GPS = Global Positioning System) und in Verbindung mit einer entsprechenden Leitstellentechnik ein besseres Flottenmanagement erlauben
  • Gateways zu anderen Kommunikationsdiensten

Die bedeutenste digitale Funktechnik ist TETRA (Terrestrial Trunked Radio), ein digitales, zellulares Bündelfunksystem für PMR-Anwendungen. Mit der Entwicklung von DMR (Digital Mobile Radio), können aber auch kleinere Funkflotten mit einfacheren Ansprüchen von den Vorteilen der Digitaltechnik profitieren.

TETRA und DMR zeigen, dass der Betriebsfunk gerade eine Erneuerung erlebt. Keine andere Funktechnik kann die Anforderungen an sichere Kommunikation für kritische Infrastrukturen besser lösen.